100 Blogbeiträge später – und kein bisschen müde aufzuhören
- 19. Apr.
- 2 Min. Lesezeit

Heute erscheint mein 100. Blog. 100 Sonntage hintereinander sind für mich ein besonderer Moment.
Seit 100 Wochen schreibe ich über Themen, die aus meiner Sicht nicht untergehen dürfen: Hotels und Tourismus, Berlin, Demokratie, Antisemitismus und die klare Abgrenzung gegen rechten wie linken Extremismus.
Das Schreiben gehört für mich inzwischen fest zum Sonntag. Umso mehr freut es mich, dass die Texte gelesen werden und Reaktionen auslösen. Erst vor Kurzem kamen bei einer Veranstaltung zwei Studenten auf mich zu. Einer von ihnen sagte, dass er den Blog regelmäßig liest und gerade die Themenvielfalt schätzt. Auch aus dem beruflichen Umfeld und von Bekannten kommt immer wieder Zuspruch mit der Bitte, weiterzuschreiben. Gerade dieser Austausch ist über die Zeit zu einem wichtigen Teil des Blogs geworden.
Jede Woche stellt sich dieselbe Frage: Welches Thema ist diesmal dran? Manches liegt sofort auf der Hand, anderes entwickelt sich erst mit etwas Abstand. Genau das macht den Reiz aus: beobachten, einordnen, schreiben.
Von Anfang an war klar, dass es nicht darum geht, Menschen persönlich anzugreifen. Im Mittelpunkt stehen Themen, Entwicklungen und die Frage, wie wir miteinander umgehen. Ein Ton, der vor allem auf Empörung, Zuspitzung und schnelle Aufmerksamkeit setzt, bringt selten bessere Diskussionen hervor.
Sinnvoller ist es, einzuordnen, zu benennen und Dinge verständlich zu machen.
Die Hotellerie spielt dabei natürlich eine besondere Rolle. Sie ist die Branche, in der ich arbeite, und sie ist weit mehr als nur ein Berufsfeld. Hotels sind Orte der Begegnung. Menschen mit unterschiedlichen Hintergründen treffen aufeinander, kommen ins Gespräch und erleben gemeinsame Momente. Gerade deshalb sollten auch positive berufliche und gesellschaftliche Themen ihren Platz haben – selbst in einer Zeit, in der der Ton oft rauer geworden ist.
Genauso wichtig sind für mich Themen wie Antisemitismus, Fremdenhass und die Gleichberechtigung aller Menschen – unabhängig von Herkunft, Religion, Sprache oder sexueller Orientierung. Eine liberale Demokratie funktioniert nur, wenn Unterschiede ausgehalten werden und Respekt mehr ist als ein Schlagwort.
Weder linker noch rechter Radikalismus löst ein gesellschaftliches Problem. Was in vielen Debatten fehlt, ist Maß. Nicht jede Meinungsverschiedenheit ist ein Skandal, nicht jede Zuspitzung ein Gewinn. Oft würde es schon helfen, wenn wieder mehr miteinander gesprochen wird – und nicht nur übereinander.
Ein Blog sollte keine Bühne für Shaming oder Diskreditierung sein. Er sollte Denkanstöße geben und Diskussionen ermöglichen. Genau das passiert zum Glück immer wieder. Unter manchen Beiträgen entstehen kluge und respektvolle Gespräche. Das ist mehr wert als jede künstlich erzeugte Aufregung.
Viele der Themen, über die ich schreibe, halte ich für wichtig. Deshalb teile ich sie. Nicht, um zu manipulieren, sondern um Anregungen zu geben und Debatten nicht denen zu überlassen, die aus Zuspitzung ein Geschäftsmodell gemacht haben.
100 Blogbeiträge sind deshalb kein Endpunkt. Eher ein Beleg dafür, dass Kontinuität, Klarheit und Haltung auch heute ihren Platz haben. Auch nach 100 Blogbeiträgen gehen die Themen nicht aus. Eher im Gegenteil. Dass daraus über die Zeit mehr geworden ist als ein Sonntagsblog, gehört für mich zu den schönsten Erfahrungen dabei.
100 Sonntage, 100 Blogbeiträge und viele Themen, die es wert sind, angesprochen zu werden. Nicht laut, nicht persönlich, sondern klar, sachlich und mit dem Anspruch, Diskussionen zu ermöglichen.
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