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  • AutorenbildZeev Rosenberg

Das war die ITB 2024 - Wohin steuert die Hotellerie?


Für die diesjährige ITB war ich sehr gespannt, welche neuen Trends es gibt und wohin sich die Branche in Sachen Digitalisierung, Standards und Personal (Mangel oder ist alles wieder normal) entwickelt.

Die Vorfreude war groß und auch die Neugier, was es Neues gibt und wie die Branche die kommende Zeit sieht.

Im Vorfeld war es für mich sehr interessant zu erfahren, ob der Bedarf an Personal noch besteht oder ob alles normal geworden ist, bis hin zum Personalabbau in den Hotels. Einhellige Meinung war, dass alle Personal suchen und das in großer Zahl. Kaum ein Hotel baut Stellen ab und versucht zu sparen, da die Qualität nicht vernachlässigt werden darf. Vom kleinen Hotel bis zur Hotelkette wird Personal gesucht. Schließlich müssen die Schichten abgedeckt und ein halbwegs normaler Arbeitsablauf gewährleistet werden. Hinzu kommt, dass das Bewertungsverhalten der Gäste seit der Pandemie viel kritischer geworden ist und die Branche versucht, dies auch mit Personalmangel zu kompensieren.

Natürlich ist die Digitalisierung neben dem Personal eines der wichtigsten Themen. Die Optimierung der Arbeitsprozesse ist absolut wichtig und notwendig, die Hotels müssen in den Bereichen Yielding, Revenue, Marketing, Front Office und auch Technik (Maintenance) optimierter arbeiten. Dafür gibt es viele und gute Lösungen, die die Arbeit erleichtern können, es geht nicht darum, Mitarbeiter abzubauen, sondern die Prozesse im Betrieb zu optimieren und zu verbessern, um die Abläufe zu verbessern und den Gästen einen besseren Service bieten zu können.

Die wirtschaftliche Stimmung ist bisher gut und viele blicken optimistisch in die Zukunft. Lediglich die Gastronomie wird kritisch gesehen und blickt einer ungewissen Zukunft entgegen. Hohe Lebensmittel-, Energie- und Personalkosten sowie die erneute Erhöhung der Mehrwertsteuer machen den Hoteliers und Gastronomen das Leben nicht leicht.

Die Hotels mit einem guten und Logisgeschäft sind bestrebt, die Zimmerraten auf einem guten Niveau zu halten und keine zu günstigen Raten anzubieten. Erfahrene Hoteliers wissen, dass es absolut wichtig ist, die Raten stabil zu halten, da die Kosten den Gewinn "auffressen" können. Sachlich gesehen ist dies für alle Kolleginnen und Kollegen der einzige Weg, um weiterhin qualitativ und quantitativ mithalten zu können.

Zurückkommend auf die Mitarbeitenden wurde sehr oft das Thema Struktur, Vision und Betriebsklima angesprochen. Dadurch, dass sich die Mitarbeitenden heutzutage den Arbeitgeber aussuchen können, informieren sich viele Mitarbeitende, wie die Arbeitgeber auf (z.B.) Kununu bewertet werden, welche Benefits es gibt und wie die Hotels generell von den Gästen bewertet werden. Unternehmen, die viel investieren, um zufriedene Mitarbeitende zu gewinnen und vor allem zu halten, eine hohe Fluktuation spricht sich sehr schnell herum, werden auch im Recruiting erfolgreich sein.

Die Industrie sollte den Kontakt zu den Mitarbeitenden pflegen und nicht vernachlässigen. Es ist viel zu teuer, ständig neues Personal einzustellen und mit der Fluktuation der Mitarbeiter zu leben. Arjan Dijk, CMO von Bolling, sagte auf der ITB: "Nimm dich nicht zu ernst, nimm dein Unternehmen ernst. Obwohl ich bekanntlich kein großer Booking-Fan bin, muss ich ihm zu 100% zustimmen (es war ein sehr gutes und interessantes Interview mit ihm). Die Mitarbeiter sind das wichtigste Kapital eines Unternehmens, gerade in der Hotellerie und Gastronomie, und das sollten wir halten und pflegen. Daher sind gute Kommunikation, Gehalt, direkte Gespräche und Ehrlichkeit wichtige Aspekte für unsere Branche.

Die Digitalisierung schreitet voran und es geht definitiv weg von Excel und Co und hin zu Digital, Power BI und natürlich KI. Wer jetzt noch nur auf Excel setzt, wird für immer der ewig Gestrige bleiben, der die Zukunft verpasst. Auch viele Mittelständler und kleinere Hotels und Hotelgruppen wollen nicht mehr auf die ganz großen Player z.B. im Bereich IBE, Channel Manager, Websites und Marketing setzen, sondern auf innovative kleinere (mittelständische) Unternehmen um den Fortschritt nicht zu verpassen. Hotels sind leider keine IT und Marketing Experten sondern Hotelfachleute und in dieser schnelllebigen Zeit ist es besser, effektiver und am Ende auch günstiger sich Hilfe zu suchen und zu nutzen um am Ende besser, schneller und günstiger zu arbeiten.

Generell ist es sehr positiv zu sehen, dass sich die Branche von der Pandemie erholt hat, die Kriege (teilweise) geschäftlich zur Seite legt und das Beste daraus macht. Die Stimmung ist gut, die Aussichten sind nicht negativ, nur die Gastronomie macht Sorgen. Das einzige, was einem wirklich Sorgen macht, ist das Thema Personal und Qualität, wer jetzt nicht auf dieses Pferd setzt, wird in Zukunft verlieren. Was zählt ist, die Themen Digitalisierung und Personal ernst zu nehmen und modern und zukunftsorientiert zu arbeiten. Wer heute am falschen Ende spart, wird in Zukunft verlieren.

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